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Das Unsichtbare sichtbar machen – die Lebewesen des Grundwassers im Mittelpunkt von sieben Veranstaltungen im Rahmen des diesjährigen GEO-Tages der Natur

25.06.2022 12:56

Im Rahmen des GEO-Tages der Natur veranstaltet Prof. Christian Griebler eine Exkursion in die Lobau, ein weltweit anerkannter Grundwasser-Biodiversitäts-Hotspot, werden gemeinsam Grundwasser-Proben entnommen und im Anschluss die Biodiversität der Grundwasserfauna im Nationalparkhaus unterm Mikroskop untersucht.

Am 25. Juni 2022 findet ein bunter Strauß an Veranstaltungen mit Fokus auf den Lebensraum Grundwasser an gleich sieben Standorten im deutschsprachigen Raum statt: Berlin, Halle, Karlsruhe, Landau in der Pfalz, Luxemburg, Rust (Baden) und Wien. Das Ziel der konzertierten Veranstaltungen im Rahmen des diesjährigen „GEO-Tages der Natur“ ist es, den Lebensraum Grundwasser und seine faszinierende Tierwelt möglichst vielen Menschen näherzubringen, über aktuelle wasserwirtschaftliche Herausforderungen in Bezug auf das Grundwasser zu informieren und einen Beitrag zur Erfassung und zum Schutz seiner Biodiversität zu leisten. Die Arbeitsgruppe Grundwasser-Ökologie am Department für Funktionelle und Evolutionäre Ökologie an der Universität Wien lädt an diesem Tag zu einer Verantaltung in die Lobau ein.

Prof. Dr. Christian Griebler und sein Team machen das Verborgene sichtbar. Im Rahmen einer Exkursion in die Lobau, ein weltweit anerkannter Grundwasser-Biodiversitäts-Hotspot, werden gemeinsam Grundwasser-Proben entnommen und im Anschluss die Biodiversität der Grundwasserfauna im Nationalparkhaus unterm Mikroskop untersucht. Treffpunkt ist das Nationalparkhaus wien-lobAU, 1220 Wien Dechantweg 8. Anmeldung unter Telefon +43 1 4000-49495 oder E-Mail an nh@ma49.wien.gv.at bis spätestens 22. Juni erforderlich. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.

Sauberes Trinkwasser gilt als Selbstverständlichkeit, in Österreich stammt Trinkwasser fast gänzlich aus dem Grundwasser. Dabei ist wenigen bekannt, dass es vor allem die Lebewesen sind, die das Grundwasser reinigen: Nur gesunde Grundwasserökosysteme liefern auch sauberes Trinkwasser!

Obwohl das Grundwasser der größte und älteste kontinentale Lebensraum Mitteleuropas ist, ist es ähnlich unzureichend erforscht, wie die Tiefsee; viele Rätsel sind bislang noch ungelöst. Bekannt ist, dass dort eine höchst spezielle, blinde und farblose Tierwelt existiert, welche in einigen Regionen eine bemerkenswerte Biodiversität aufweist.

Die Vielfalt des Lebens zu erfassen, ist Ziel des GEO-Tages der Natur (vormals „Tag der Artenvielfalt“). Interessierte Bürger*innen, Naturschutzverbände und Wissenschaftler*innen erforschen an diesem Tag die Biodiversität in ihrer Umgebung. Dieses Jahr steht der Lebensraum Grundwasser im Mittelpunkt.

Im Rahmen von sieben konzertierten Veranstaltungen werden verschiedene Aktivitäten rund um das Grundwasser und seine Bewohner für die interessierte Öffentlichkeit angeboten – u.a. geführte Beprobungen des Grundwassers inklusive der seltenen Gelegenheit, lebende Grundwassertiere mit den eigenen Augen aus der Nähe zu betrachten.

Zum Auftakt der Grundwasserbeprobung/ Aktivitäten vor Ort in Wien stellen sich anschließend alle sieben Veranstaltungen in einer gemeinsamen Videokonferenz der Öffentlichkeit vor. Diese Programpunkte können auch live im Internet mitverfolgt werden. Der Zugangslink wird rechtzeitig vor Beginn auf der Webseite des Naturzentrums Rheinauen bekanntgegeben.  

Ab 15 Uhr besteht die Möglichkeit für ein Pressegespräch vor Ort. Anfragen hierzu sind willkommen und bitte per E-Mail an christian.griebler@univie.ac.at zu richten.

Mit ihrer Aktion möchten die Veranstalter*innen nicht nur die Artenvielfalt im Grundwasser besser kennen lernen. Es geht ihnen vor allem um den Schutz des Lebensraums und seiner faszinierenden Bewohner. Die Artenvielfalt im Grundwasser ist stark bedroht durch Baumaßnahmen, Verschmutzung, Wasserentnahmen und den Klimawandel. Kein Gesetz schützt bisher die Grundwasserorganismen - weder in Deutschland noch in der EU. Das möchten die Veranstalter*innen ändern. Doch nur was wir kennen, können wir auch schützen. Durch ihre Veranstaltungen tragen die sieben beteiligten Standorte gemeinsam dazu bei, das Unsichtbare sichtbar zu machen, d.h. den in der Dunkelheit verborgenen Lebensraum Grundwasser und seine Bewohner in der Öffentlichkeit bekannt zu machen und auf seine Artenvielfalt hinzuweisen (#WorldWaterDay  #weltwassertag #LebensraumGrundwasser #Grundwasserfauna #grundwasser).

Durchgeführt werden die sieben Veranstaltungen von den beteiligten Institutionen vor Ort, in Zusammenarbeit mit dem Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz, dem Institut für Grundwasserökologie IGÖ GmbH an der Universität Koblenz-Landau und der Zeitschrift GEO:

- in Berlin: vom BUND Berlin e.V.,

- in Halle: vom Fachbereich für Angewandte Geologie an der Universität Halle-Wittenberg,

- in Karlsruhe: vom Institut für Angewandte Geowissenschaften des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT),

- in Landau in der Pfalz: vom Institut für Grundwasserökologie an der Universität Koblenz-Landau,

- in Luxemburg: vom Nationalmuseum für Naturgeschichte,

- in Rust (Baden): vom Naturzentrum Rheinauen,

- in Wien: von der Universität Wien in Kooperation mit der Zoologisch-Botanischen Gesellschaft in Österreich (ZooBot) und dem Nationalpark Donau-Auen.

Die Veranstaltungen werden durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert und sind Teil einer dreitägigen Reihe zum Lebensraum Grundwasser im Rahmen des diesjährigen GEO-Tages der Natur. Zwei weitere Großveranstaltungen finden in Berlin am 24.6. und in Neuenburg am Rhein am 26.6. statt.

Weiterführende Informationen zur gesamten dreitägigen Veranstaltungsreihe gibt es unter:

https://gemeinsamforschen.senckenberg.de/de/mitmachen/aktionen/geo-tag-der-natur-2022/

 

 

© P. Pospisil